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Uhr aus einer Bahnhofsanzeige 
Schaltpult
Die Prozessorplatine und das Schaltpult
Mechanisches Detail
Die Aufsicht auf einen Zahlenblock
Frontansicht.
Die Uhr in der Frontansicht. Eine Anzeige (Nummer) ist 35mm x 60mm gross.
Angefangen hat alles mit der Lagerräumung meines ehemaligen Arbeitgebers.

Von Peter Liechti

Da lagen plötzlich solche Anzeigeelemente im Container, welche ich mir sofort unter den Nagel gerissen habe. Danach war die Frage wie die Dinger überhaupt funktionieren. Das Herzstück einer Anzeigeeinheit ist ein Stepmotor mit zwei Positionen. Daneben gibts eine mechanische Verriegelung um den Nullpunkt zu definieren (Nach dem Motto durchzählen bis der Anschlag erreicht ist, Sperre lösen und Positionieren auf die gewünschte Ziffer).

Daneben gabs auf der Anzeige eine kleine Schaltung, welche den Schaltvorgang durch eine Thyristor-Steuerung auf die Notwendigkeit eines Impulses reduziert. Da mir alle Unterlagen zur Steuerung fehlten, musste ich zuerst diese Schaltung knacken.

Um die Uhr zu bauen, habe ich mich für einen Risc-Prozessor von Microchip PIC16F84 entschieden. Das Gute an diesem Chip ist, man kann ihn mit einer einfachen Schaltung über die paralelle Schnittstelle programmieren. Die Entwicklungswerkzeuge und einen feinen Debugger kann man sich bei Microchip einfach holen gehen. Der Chip kostet dabei unter 10 Fr.

Nachdem ich mir eine geignete Schaltung aufgezeichnet hatte, musste ich mir eine Leiterplatte fädeln ;-( und dann konnte es losgehen. Nach einigen Startschwierigkeiten hatte ich mich in die Welt des Assemblers eingelebt, und die 32 Befehle des Prozessors hatte ich auch schon im Griff. Nach einigen langen Nächten war die Software fuer die Uhr betriebsbereit.

Die Uhr hat folgende Features:

  • Anzeige der Uhrzeit (ist ja logisch)
  • Einstellung der Uhrzeit/Weckzeit
  • Weckerfunktion (inklusive Snooze)
  • Anzeigeunterdrueckung während der Nacht (da kann niemand schlafen)

Fertig ist das ganze Werk noch nicht. Was noch fehlt ist ein ansprechendes Design (wobei viele begeistert sind von dem jetzigen Erscheinungsbild). Daneben müsste man noch eine kleine Korrektur zum justieren der Laufgenauigkeit einbauen. Der 4 MHz Quarz läuft scheinbar nicht genau auf der richtigen Frequenz.
Das ganze war für mich ein grosser Spass. Für Bastler kann ich die eingesetzte Hardware nur weiterempfehlen. Der PIC18F84 ist ein hochpotenter Chip wenn's um solche kleine Steuerungsaufgaben geht. Wer keine Lust auf Assembler hat, kann sich auch eine C-Entwicklungsumgebung zulegen, aber die kostet Geld. Bei meiner Version bin ich mit den Bauteilkosten unter 50 Fr geblieben.

Falls Ihr noch Fragen habt


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Wem Plüschtierchen zu flauschig sind und wer gerne Puzzles in 3D hat, der kann mit dem Tux aus Holz verwöhnt werden. Linus Torvalds hätte seine helle Freude.
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Der laute Prozessorlüfter meines PCs war der Grund für dieses Projekt. Das Prinzip der Konvektionswasserkühlung bewährte sich bestens für meine getunten Mofas, also lag die Idee nahe, dies auch bei meinem PC umzusetzten.
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